Digitalisierung in der Wasserwirtschaft: Effiziente Leckageerkennung und intelligentes Management 

Inhalt

Die moderne Wasserwirtschaft steht vor massiven Herausforderungen: Ein veraltetes Rohrleitungsnetz, der zunehmende Fachkräftemangel und knappe Haushalte setzen Kommunen und Versorger unter Druck. Besonders kritisch ist der Wasserverlust durch unentdeckte Leckagen, der oft zwischen 10 und 30 % des eingespeisten Wassers ausmacht – ein erheblicher wirtschaftlicher Schaden, da dieses „Non-Revenue Water“ nicht abgerechnet werden kann. 

Intelligentes Wassermanagement als Lösungsansatz

Um diesen Druck zu mindern, bietet die Digitalisierung konkrete Werkzeuge. Ein modernes System besteht dabei aus drei zentralen Schritten: der Datenerfassung in Echtzeit, der intelligenten Analyse und der daraus resultierenden faktenbasierten Entscheidung. 

1. Präzise Sensorik: Digitale Ultraschallzähler

Die Basis bilden digitale Ultraschall-Funkzähler, die den Verbrauch kontinuierlich messen. Im Gegensatz zu mechanischen Zählern, die durch Verschleiß und Verschmutzung über die Jahre an Genauigkeit verlieren, bleiben digitale Geräte über ihre gesamte Lebensdauer präzise.  

Für die Datenübertragung stehen verschiedene Technologien zur Verfügung: 

  • NB-IoT (Narrowband IoT): Nutzt das schmalbandige Mobilinternet und bietet eine hohe Gebäudedurchdringung bei geringem Energieverbrauch. 
  • LoRaWAN: Ein energieeffizientes Weitverkehrsnetz, das den Aufbau einer eigenen Infrastruktur durch Gateways ermöglicht. 

2. Leckageerkennung durch KI-basierte Plattformen

Die gesammelten Daten fließen in eine IoT-Plattform wie IoTnova. Hier werden die Verbräuche analysiert und Anomalien in Echtzeit erkannt.  

  • Netzüberwachung: Durch den Abgleich von Einspeisezählern und den Summen der Hauswasserzähler lassen sich Verluste im Rohrnetz sofort lokalisieren. 
  • Verbraucherschutz: Das System erkennt auch „schleichende“ Verluste hinter dem Zähler, etwa durch defekte Toilettenspülungen oder Gartenbewässerungen, und kann Warnmeldungen an die Endverbraucher senden.  

Die Wirtschaftlichkeit: Warum sich der Umstieg rechnet

Die Investition in digitale Systeme ist nicht nur eine technische Notwendigkeit, sondern bietet nachweisbare finanzielle Vorteile. Eine Beispielrechnung für ein mittelgroßes Wasserwerk mit ca. 2.750 Zählern verdeutlicht das Potenzial über einen Zeitraum von 12 Jahren:  

Kategorie
Wirtschaftlicher Vorteil
(12 Jahre)
Grund
Prozesskosten
ca. 87.000 €
Wegfall manueller Ablesung, geringere Fehlerquote.
Ertragsverbesserung
ca. 500.000 €
Höhere Messgenauigkeit (ca. +3 %) im Vergleich zu mechanischen Zählern.
Verlustreduzierung
ca. 155.000 €
Frühzeitige Erkennung von Leckagen im Netz (Basis: -1 % Verlustpunkt).
Gesamtvorteil
über 700.000 €
Amortisation erfolgt oft bereits durch die Mehreinnahmen allein.

Skalierbarkeit für Smart City Konzepte

Ein entscheidender Vorteil moderner IoT-Plattformen ist ihre Offenheit. Einmal implementiert, kann das System für weitere kommunale Anwendungsfälle genutzt werden, etwa für das Energiemonitoring öffentlicher Gebäude, die Messung von Lärmpegeln sowie für Personenstromanalysen im Rahmen der Stadtplanung.  

Fazit

Die Digitalisierung der Wasserwirtschaft ist ein dringender Handlungsbedarf, der über die reine Effizienzsteigerung hinausgeht. Durch automatisierte Prozesse, präzise Leckageerkennung und verbesserte Datentransparenz können Kommunen wertvolle Ressourcen schützen und gleichzeitig ihre Haushalte nachhaltig entlasten.  

Hinweis: Diese Informationen basieren auf den Inhalten eines Fach-Webinars der it-novum GmbH und der Ernst Heitland GmbH. Hier zur Aufzeichnung des Webinars:

Video

Wasserverluste senken, Netze transparent überwachen und Betriebskosten reduzieren: Das Webinar zeigt, wie Kommunen und Versorger mit Sensorik, NB-IoT, IoT-Plattformen und KI ihr Wassermanagement digitalisieren.